joomla templates top joomla templates template joomla
  • Klicken Sie bitte zum Vergrößern auf das Bild!
  • Klicken Sie bitte zum Vergrößern auf das Bild!
  • Klicken Sie bitte zum Vergrößern auf das Bild!

14 - Saarstraße

Mord an zwei Kindern

Seit der Landung der Alliierten Truppen in der Normandie im Juni 1944 rückte die Front immer weiter auf Deutschland zu. Die erste deutsche Stadt, die sie erreichen würden, war Aachen.
Am 11. September 1944 gab die Nazi-Führung in Aachen den Befehl, dass die Zivilbevölkerung die Stadt verlassen musste. Diese Evakuierung lief ziemlich chaotisch an, da der Transport der Menschen schlecht organisiert war. Panik machte sich unter den Menschen breit, da mittlerweile auch Geschützdonner von der näher rückenden Front zu hören war. Die Nazibehörden verließen zu diesem Zeitpunkt die Stadt, um sich selbst in Sicherheit zu bringen, was aus den Menschen werden sollte, die noch auf dem West- und dem Hauptbahnhof auf ihre Evakuierung warteten, war ihnen egal. In dieser Situation übernahm Gerhard Graf von Schwerin am 13. September 1944 das Kampfkommando über die Stadt Aachen.

Er selbst berichtete der Wehrmachtführung über die Lage in der Stadt:
„Massenweise strömten die Menschen, zumeist Frauen mit kleinen Kindern und Säuglingen, einige zusammengeraffte Habseligkeiten auf Handkarren und Kinderwagen verstaut, auf den nach Osten und Nordosten hinausführenden Straßen in die Nacht hinaus, ohne zu wissen wohin, ohne Zweck, Ziel und Sinn, getrieben einzig und allein von wilder, panikartiger Furcht und wüsten Drohungen der Partei, dass jeder, der nicht sofort die Stadt verließe, als Landesverräter erschossen werden würde.“

Weil er Angst hatte, dass diese Panik auch auf seine Soldaten übergreifen könnte und die Menschen auf den Straßen seine Truppen behindern könnten, ließ er hart Durchgreifen. Zum Beispiel gab er den Befehl, Plünderer standrechtlich abzuurteilen.

Zwei Jungen aus Aachen, beide 14 Jahre alt, wurden Opfer dieses Befehls. Soldaten hatten sie in der Innenstadt zusammen mit zwanzig Erwachsenen aufgegriffen. Unter dem Vorwurf, sie seien Plünderer, wurden nur die beiden unschuldigen Jungs vor ein Standgericht gestellt und in der Nähe dieses Bunkers erschossen. Einer der beiden war nicht sofort tot. Der Offizier, der das Erschießungskommando anführte, schoss ihm dann aus nächster Nähe in den Kopf. 2006 rehabilitierte ein Gericht die beiden Jugendlichen und stellte fest, dass sie unschuldig und zu Unrecht als Plünderer verurteilt worden waren. Das Naziurteil wurde nachträglich aufgehoben. Aber die Toten wurden dadurch auch nicht mehr lebendig.