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29 - Bahnhofsplatz, Verwaltungsgebäude

Mord an Behinderten

In dem Hochhaus am Bahnhofsplatz waren seit seiner Eröffnung zahlreiche städtische Ämter untergekommen. In der Nazizeit befand sich hier auch das städtische Gesundheitsamt. Als Aufsicht-behörde über alle Ärzte und Krankenhäuser in Aachen setzte es die Bestimmungen der nazistischen Gesundheitspolitik um. Die Ideologie der Nazis war nicht nur antidemokratisch, sondern vor allem auch antisemitisch und rassistisch ausgerichtet. Sogenannte „Arier“ waren für sie das Maß aller Dinge, für andersartige Menschen, für Kranke oder Behinderte, war in diesem Weltbild kein Platz.

Schon in den ersten Jahren ihrer Herrschaft verkündeten die Nazis verschiedene rassistische Gesetze und Verordnungen:
Dazu gehörte zum Beispiel das im Juli 1933 erlassene „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“, in dessen Folge kranke Menschen zwangsweise sterilisiert werden konnten. Damit begann die Verfolgung behinderter und kranker Menschen – die für viele Opfer mit ihrer Ermordung endete. Und die Gesundheitsämter hatten damals die Aufgabe, für die Umsetzung dieser menschen-verachtenden Gesetze zu sorgen. Und das taten sie. 90% der Anträge auf Zwangssterilisation wurden von den Ärzten der Gesundheitsämter gestellt. Seit 1934 stuften Ärzte mehrere hundert Frauen, Männer und Kinder in Aachen als „minderwertig“ ein und ordneten ihre Zwangssterilisation an. Diese Eingriffe wurden operativ oder mit Röntgenbestrahlung in einem der Aachener Krankenhäuser vorgenommen. Allein das katholische Marienhospital führte keine Zwangssterilisationen durch, da sich die katholische Kirche aus ethischen Gründen dagegen ausgesprochen hatte.

Aber in der Nazizeit wurden Menschen im Namen der „Volksgesundheit“ nicht nur verstümmelt, sie wurden sogar umgebracht. Im Rahmen der sogenannten „Euthanasie-Maßnahmen“ wurden Behinderte und Kranke auch aus Aachen in besondere Anstalten wie Hadamar oder Waldniel deportiert und dort, oft nach grausamen medizinischen Experimenten, ermordet.