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Aktuelles

Gemeinsames Erinnern
Tafel der Wege gegen das Vergessen an der Vaalser Straße eingeweiht

Am Donnerstag, 7. Oktober 2021, wurde am ehemaligen Zollgebäude an der Vaalserstraße, das heute Mamma mia e.V. genutzt wird, im Rahmen einer kleinen Feierstunde eine weitere Tafel der Wege gegen das Vergessen der Öffentlichkeit übergeben.

Die Grenze zu unseren niederländischen Nachbar*innen ist heute kaum mehr wahrnehmbar. In der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur war dies ganz anders. Ab 1933 bot das Überschreiten der Grenze in die Niederlande für zahlreiche Flüchtlinge Schutz vor der Verfolgung durch die Nazis in Deutschland. 1940 änderte sich dies. Am 10. Mai überfielen deutsche Truppen die neutralen Niederlande und brachten großes Leid über die Bewohner*innen des Nachbarlandes. Nach dem Ende von Krieg und Verfolgung war es ein langer Weg bis zum heutigen Miteinander über die Grenzen hinweg.

Ein Zeichen, dass heute gemeinsames Erinnern trotz unterschiedlich erlebter und erlittener Geschichte möglich ist, setzte bei der Feierstunde Paul de Graauw, Beigeordneter der Gemeinde Vaals, indem er darauf hinwies, dass sich die Menschen beiderseits der Grenze heute weniger als Niederländer*innen und Deutsche, sondern mehr als Europäer*innen fühlten.

Die Leiterin von Mamma mia e.V., Monika Hammerschmidt, stellte heraus, dass man stolz darauf sei, dass diese Tafel der Wege gegen das Vergessen an ihrem Gebäude angebracht worden sei.


    
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Foto: Dr. Holger A. Dux

 

 

Neue „Stolpersteine“ wurden in Aachen verlegt

Sechs weitere „Stolpersteine“ wurden am 20. Juli 2021 in Aachen verlegt. Dr. Holger A. Dux von den Wegen gegen das Vergessen an der Volkshochschule Aachen wies anlässlich der Verlegung darauf hin, dass inzwischen mehr als 90 „Stolpersteine“ in der Stadt verlegt wurden und bereits ein weiteres Dutzend in Planung sei.

Zunächst wurden zwei „Stolpersteine“ in der Steinkaulstr. 1 verlegt. Sie erinnern an Philipp und Berta Moses. Dort lebte das Ehepaar, bis es 1942 auf Anordnung der NS-Behörden sein Haus verlassen musste, deportiert und schließlich in einem KZ ums Leben gebracht wurde. Darin erinnerte Wilma Hoekstra-von Cleef, die gemeinsam mit dem Berliner Oliver Tölle, einem Urenkel der Moses’, die Verlegung der „Stolpersteine“ initiiert hatte.

Anschließend wurden vier weitere „Stolpersteine“ vor dem Haus Paugasse 11 verlegt.
Sie erinnern an das Ehepaar David und Zilli Weinhausen und an ihre Kinder Heinz Gustav und Ruth Sibylle. Die Familie wurde 1942 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert, wo sie kurze Zeit später umgebracht wurde.
Die Initiative für diese „Stolpersteine“ ging von Marianne Busch, einer Freundin von Ruth Weinhausen, und Elke und Bodo Busch aus.

Die Aachener Bürgermeisterin Hilde Scheidt begleitete die beiden Verlegungen und wies auf die besondere Bedeutung der „Stolpersteine“ für die lokale Erinnerungskultur hin.


    
Foto: Dr. Holger A. Dux                                                                        Foto: Dr. Holger A. Dux

Weitere Informationen zum Schicksal von Philipp und Berta Moses sowie David und Zilli und Heinz Gustav und Ruth Sibylle Weinhausen finden sich auf dieser Homepage unter "Stolpersteine" sowie beim Gedenkbuch-Projekt www.gedenkbuchprojekt.de.

 

 

Tafel erinnert an die Opfer der Kriegsgerichte in Aachen

In den Räumen des ehemaligen Priesterseminars in der Mozartstraße 9 tagten in den Jahren des Zweiten Weltkrieges die Kriegsgerichte der Aachener Garnison.

Staatsanwälte erhoben die Anklage aus verschiedenen Gründen.
Richter dieser Kriegsgerichte fällten mindestens 49 Todesurteile gegen  Soldaten, Kriegsgefangene und ausländische Zivilisten. Etwa die Hälfte dieser Urteile wurde in Aachen vollstreckt.

 Die Tafel wird am Freitag, 25. Juni 2021, um 12:00 Uhr am Haus von MISEREOR, Mozartstraße 9, enthüllt.

 Im Rahmen der Enthüllung der Tafel referiert Prof. Dr. Christoph Rass aus Osnabrück, der zu dem Themenkomplex ausführlich recherchiert hat.

Zu seinem Vortrag "Kriegsgerichte in Aachen", der um 13:00 Uhr via ZOOM beginnt, können sich Interessierte bei der Volkshochschule Aachen, Tel. 0241-4792111, oder über die homepage www.vhs-aachen.de kostenfrei anmelden.

"Stolpersteine" werden wieder in Aachen verlegt

Die für das Frühjahr 2021 geplante Verlegung von „Stolpersteinen“ durch den Kölner Künstler Gunter Demnig musste wegen der mit der Pandemie verbundenen Vorschriften und Auflagen verschobene werden.
Nun ist es aber wieder so weit: Am 24. Juni 2021 werden acht "Stolpersteine" an vier Stellen in Aachen von dem Kölner Künstler Gunter Demnig im Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus verlegt.

Gunter Demnig entwickelte 1993 das Projekt „Stolpersteine“, das an die Opfer der NS-Zeit erinnert. Zu den Opfern gehören: Jüdische Bürger*innen, Sinti und Roma, politisch und religiös Verfolgte (z.B. Zeugen Jehovas), Homosexuelle, Euthanasieopfer, etc. Gunter Demnig sagt: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Seit 2000 werden die „Stolpersteine“ am Ort des letzten freiwillig gewählten Wohnsitzes in den Bürgersteig eingefügt. Und mittlerweile sind es mehr als 75.000.

Die neuen Stolpersteine in Aachen erinnern an:
Hans Rosenberg, Mali Blumenthal geb. Ebstein, Margrete Blumenthal, Ernst Blumenthal, Meta Rosenberg geb. Wolfram, Erich Salmang, Betty Salmang geb. Hartoch, Marion Moxhon-Labrousse geb. Salmang.
Die Initiative zur Verlegung dieser "Stolperteine" ging aus von
Waltraud Felsch, Bettina Baumann, Stephanie Metha, Benoit Mores und Schülerinnen und Schülern des Einhard-Gymnasiums in Aachen.



Foto: Winfried Casteel
(Gunter Demnig bei der Arbeit 2012 in Aachen)



Wer an der Verlegung teilnehmen möchte, wird gebeten, sich bei der Volkshochschule Aachen, Tel. 0049-241-4792111, für die Veranstaltung 202-04072 anzumelden und die derzeit gültigen CORONA-Schutzregeln zu beachten.

 

27. Januar - Holocaustgedenktag - Damals verfolgt - heute vergessen?

Der 27. Januar ist der Gedenktag für alle Opfer des nationalsozialistischen Deutschlands, denn an diesem Tag im Jahr 1945 wurden die Häftlinge aus dem Konzentrationslager Auschwitz befreit. Seit mehr als 20 Jahren kommen zahlreiche Institutionen und Initiativen, aber auch Vertreterinnen und Vertretern der damaligen Opfergruppen an diesem Tag zusammen, um die Erinnerung an die Shoah wach zu halten und sich mit Antisemitismus und Rassismus zu beschäftigen.

Zum Vorbereitungskreis 27. Januar gehören: die Volkshochschulen Aachen und Nordkreis Aachen, das Erwachsenenbildungswerk der Evangelischen Kirche, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Zeugen Jehovas, Gedenkbuchprojekt für die Opfer der Shoah aus Aachen, Gruppe Z Stolberg.

In diesem Jahr ist alles anders. Corona verhindert eine Veranstaltung in Präsenz durchzuführen. Da der 27. Januar für uns ein wichtiger Tag im Sinne des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist, wollen wir die Veranstaltung nicht ausfallen lassen.
Stattdessen findet ein Online-Vortrag von PD Dr. Rüdiger Haude statt:
„Zeitzeugen befragen“
Oral-History-Interviews im Gedenken an die Shoa
Rüdiger Haude ist Privatdozent am Historischen Institut der RWTH Aachen. Er forscht und lehrt zur Kulturgeschichte, insbesondere mit lokalhistorischem Bezug. Hierbei hat er in seinen Seminaren, die auch in Kooperation mit der Uni Maastricht durchgeführt werden, immer wieder mit Zeitzeugen zusammengearbeitet. Seine Erfahrungen wird er an diesem Abend vorstellen. Der Vortrag ist hilfreich für alle, die in der Gedenkarbeit engagiert sind.

Mittwoch, 27. Januar 2021, 18 Uhr (online)

Der Link zur Veranstaltung ist: http://bit.ly/GedenktagVHSAC

 

 

Pogromnachtgedenken in Aachen

Auch in diesem Jahr haben sich in Aachen zahlreiche Organisationen und Vereine zusammengefunden, um gemeinsam der Pogromnacht zu gedenken.

"Geleitet von der Überzeugung, auch in Zeiten der Corona-Pandemie ein würdiges Gedenken im Sinne einer aktiven Erinnerungskultur zu pflegen, hat das Aachener Bündnis Pogromnachtgedenken – eine Kooperation von zivilgesellschaftlichen und staatlichen Organisationen, Gruppen und Vereinen – eine Vielzahl von Veranstaltungen in Aachen und der StädteRegion Aachen organisiert.
Auch in diesem Jahr erinnert das Aachener

Bündnis Pogromnachtgedenken, wie schon seit 1988, mit einer Mahnwachen und seit einigen Jahren mit einem Rahmenpogramm, getragen von einer Vielzahl von zivilgesellschaftlichen und staatlichen Organisationen, Gruppen und Vereinen, an die Pogrome gegen Jüdinnen und Juden, die in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ihren Höhepunkt fanden."

Zu dem Bündnis gehören BildungsRegion Aachen, Demokratie Leben! Aachen, Diskursiv Aachen, Gedenkbuchprojekt für die Opfer der Shoah aus Aachen e.V., Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Aachen e.V., Gesellschaft für Zeitgenössische Musik Aachen e.V., Theater Aachen, Theater K im Tuchwerk, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschist*innen (VVN-BdA) Aachen, Volkshochschule (VHS) Aachen, dezentrale NS-Gedenkstätte Wege gegen das Vergessen Aachen.

Das Veranstaltungsprogramm "82 Jahre danach" finden Sie unter diesem Link:

https://aachen.vvn-bda.de/2020-gedenken-an-die-pogromnacht-1938/

Neue "Stolpersteine" werden in Aachen verlegt

Ursprünglich sollten neue "Stolpersteine" am 21. April 2020 in Aachen verlegt werden, doch musste die Verlegung wegen der CORONA-Krise abgesagt werden.
Nun ist es aber wieder so weit: Am 2. November 2020 werden "Stolpersteine" an 5 Stellen in Aachen von dem Kölner Künstler Gunter Demnig iim Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus verlegt.

Gunter Demnig entwickelte 1993 das Projekt „Stolpersteine“, das an die Opfer der NS-Zeit erinnert. Zu den Opfern gehören: Jüdische Bürger, Sinti und Roma, politisch und religiös Verfolgte (z.B. Zeugen Jehovas), Homosexuelle, Euthanasieopfer, etc. Gunter Demnig sagt: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Seit 2000 werden die „Stolpersteine“ am Ort des letzten freiwillig gewählten Wohnsitzes in den Bürgersteig eingefügt. Und mittlerweile sind es mehr als 75.000.

Die neuen Stolpersteine in Aachen erinnern an:
Gertrud und Adolf Rosenthal, Ida und Dr. Paul Maas, Marie Ahn, Julie und Max Salmang, Albert Salmang, Emmy und Karl Leopold Brach.
Die Initiative zur Verlegung dieser "Stolperteine" ging aus von der Arbeitsgruppe „Stolpersteine“ am Einhard-Gymnasium Aachen unter Leitung von Julia Achenbach und Waltraud Felsch sowie von
Monique Kelleter-Chaineux und Norbert Cormann-Fleusch von der Initiative „Stolpersteine für die Gemeinde Lontzen“.


Foto: Winfried Casteel
(Gunter Demnig bei der Arbeit 2012 in Aachen)



Wer an der Verlegung teilnehmen möchte, wird gebeten, sich bei der Volkshochschule Aachen, Tel. 0049-241-4792111, für die Veranstaltung 202-04072 anzumelden und die derzeit gültigen CORONA-Schutzregeln zu beachten.

 

Gerhard Ganser
11.11.1964 – 28.07.2020

 

Am 28. Juli 2020 verstarb Gerhard Ganser im Alter von nur 55 Jahren.

Als in den neunziger Jahren die Wege gegen das Vergessen starteten, gehörte er zu den aktivsten Teilnehmern in der Arbeitsgruppe, die sich mit der Verfolgung der jüdischen Bürgerinnen und Bürger während der NS-Zeit in Aachen beschäftigte. Mit auf seine Initiative ist es zurückzuführen, dass Grabsteine des alten jüdischen Friedhofs in Haaren, die seit der NS-Zeit als verschollen galten, wiederentdeckt wurden und wieder auf den Friedhof zurückgebracht werden konnten. Und er sorgte dafür, dass ein Stein aus der alten, in der Pogromnacht 1938 zerstörten Synagoge der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem übergeben werden konnte, wo er in der ständigen Ausstellung seinen Platz gefunden hat.

Gerhard Ganser fehlt seiner Familie und seinen Freunden, und er fehlt den Wegen gegen das Vergessen als zuverlässiger und engagierter Mitstreiter.

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8. Mai 1945: Tag der Befreiung

Am 8. Mai 2020 jährte sich zum 75. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa und damit das Ende der Naziherrschaft über Deutschland und viele europäische Länder.
Der 8. Mai wird heute begangen als Tag der Befreiung, nicht nur vom Krieg, sondern auch als Befreiung von Verfolgung, Mord, Ausbeutung und Unterdrückung.
Daran zu erninnern hatte der DGB Region NRW Süd-West an diesem Tag eingeladen zu einer Gedenkfeier am Aachener Rathaus, vor der Gedenktafel der Wege gegen das Vergessen, die an den Beginn der Nazidiktatur 1933 auch in Aachen erinnert.
Wegen der Corona-Pandemie musste die Feier in kleinem Kreis und mit dem nötigen Sicherheitsabstand stattfinden.


Bürgermeister Norbert Plum, DGB-Geschäftsführer Ralf Woelk und Winfried Casteel vom Vorstand des Fördervereins Wege gegen das Vergessen hoben in ihren kurzen Ansprachen hervor, dass der 8. Ma als Tag der Befreiung vom Hitler-Faschismusi in der Erinnerung auch immer verknüpft sei mit dem 30. Januar 1933 als dem Tag, an dem die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kamen. Das Erinnern an die Opfer müsse Appell sein, heute Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus in unserer Gesellschaft gemeinsam eintgegenzutreten.
Der Forderung, den 8. Mai zu einem offiziellen Gedenktag zu machen, wie sie kürzlich von der Holocaustüberlebenden und Vorsitzenden des Auschwitz-Komitees, Esther Bejarano, erhoben worden war, werden die Gewerkschaften zukünftig Nachdruck verleihen.
Zum Abschluss ver kleinen Gedenkfeier legten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer rote Nelken vor der Gedenktafel der Wege gegen das Vergessen nieder.

Fotos: Winfried Casteel, Holger A. Dux