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Aktuelles

Gerhard Ganser
11.11.1964 – 28.07.2020

 

Am 28. Juli 2020 verstarb Gerhard Ganser im Alter von nur 55 Jahren.

Als in den neunziger Jahren die Wege gegen das Vergessen starteten, gehörte er zu den aktivsten Teilnehmern in der Arbeitsgruppe, die sich mit der Verfolgung der jüdischen Bürgerinnen und Bürger während der NS-Zeit in Aachen beschäftigte. Mit auf seine Initiative ist es zurückzuführen, dass Grabsteine des alten jüdischen Friedhofs in Haaren, die seit der NS-Zeit als verschollen galten, wiederentdeckt wurden und wieder auf den Friedhof zurückgebracht werden konnten. Und er sorgte dafür, dass ein Stein aus der alten, in der Pogromnacht 1938 zerstörten Synagoge der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem übergeben werden konnte, wo er in der ständigen Ausstellung seinen Platz gefunden hat.

Gerhard Ganser fehlt seiner Familie und seinen Freunden, und er fehlt den Wegen gegen das Vergessen als zuverlässiger und engagierter Mitstreiter.

).

 

8. Mai 1945: Tag der Befreiung

Am 8. Mai 2020 jährte sich zum 75. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa und damit das Ende der Naziherrschaft über Deutschland und viele europäische Länder.
Der 8. Mai wird heute begangen als Tag der Befreiung, nicht nur vom Krieg, sondern auch als Befreiung von Verfolgung, Mord, Ausbeutung und Unterdrückung.
Daran zu erninnern hatte der DGB Region NRW Süd-West an diesem Tag eingeladen zu einer Gedenkfeier am Aachener Rathaus, vor der Gedenktafel der Wege gegen das Vergessen, die an den Beginn der Nazidiktatur 1933 auch in Aachen erinnert.
Wegen der Corona-Pandemie musste die Feier in kleinem Kreis und mit dem nötigen Sicherheitsabstand stattfinden.


Bürgermeister Norbert Plum, DGB-Geschäftsführer Ralf Woelk und Winfried Casteel vom Vorstand des Fördervereins Wege gegen das Vergessen hoben in ihren kurzen Ansprachen hervor, dass der 8. Ma als Tag der Befreiung vom Hitler-Faschismusi in der Erinnerung auch immer verknüpft sei mit dem 30. Januar 1933 als dem Tag, an dem die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kamen. Das Erinnern an die Opfer müsse Appell sein, heute Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus in unserer Gesellschaft gemeinsam eintgegenzutreten.
Der Forderung, den 8. Mai zu einem offiziellen Gedenktag zu machen, wie sie kürzlich von der Holocaustüberlebenden und Vorsitzenden des Auschwitz-Komitees, Esther Bejarano, erhoben worden war, werden die Gewerkschaften zukünftig Nachdruck verleihen.
Zum Abschluss ver kleinen Gedenkfeier legten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer rote Nelken vor der Gedenktafel der Wege gegen das Vergessen nieder.

Fotos: Winfried Casteel, Holger A. Dux

75.000 Stolpersteine

Am 29. Dezember 2019 verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig in Memmingen den 75.000sten "Stolperstein" im Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus.
Gunter Demnig entwickelte 1993 das Projekt „Stolpersteine“, das an die Opfer der NS-Zeit erinnert. Zu den Opfern gehören: Jüdische Bürger, Sinti und Roma, politisch und religiös Verfolgte (z.B. Zeugen Jehovas), Homosexuelle, Euthanasieopfer, etc.
Gunter Demnig sagt: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Seit 2000 werden die „Stolpersteine“ am Ort des letzten freiwillig gewählten Wohnsitzes in den Bürgersteig eingefügt. Und mittlerweile sind es 75.000.
In Aachen sollten die nächsten "Stolpersteine" am 21. April 2020 verlegt werden. Wegen der CORONA-Krise wird die Verlegung verschoben. Wenn der neue Termin feststeht, wird er an dieser Stelle veröffentlicht.


Foto: Winfried Casteel
(Gunter Demnig bei der Arbeit 2012 in Aachen)

Landtagsvizepräsidentin auf den Wegen gegen das Vergessen

Auf Einladung von Karl Schultheis, SPD-Abgeordneter im Landtag von NRW, war am 22. November 2019 Carina Gödecke, die Vizepräsidentin des Landtags von NRW, in Aachen zu Gast. Neben anderen Einrichtungen besuchte sie am Nachmittag die Wege gegen das Vergessen an der Volkshochschule Aachen.


Nach einem kurzen Rundgang mit Yvonne Hugot-Zgodda und Dr. Holger A. Dux zu verschiedenen Wege-Tafeln informierte sie sich in der Volkshochschule über das dezentrale Aachener Konzept der Erinnerungskultur und die Arbeit der Wege gegen das Vergessen vor Ort.

Foto: Winfried Casteel
(von links: Dr. Beate Blüggel, Yvonne Hugot-Zgodda, Dr. Holger A. Dux, Carina Gödecke, Karl Schultheis)

Erinnerungsarbeit ausgezeichnet

Seit 2004 vergibt die Heinrich Böll Stiftung NRW jährlich den Ideenpreis „Der Heinrich“, um zivilgesellschaftlichem Engagement stärkere Beachtung zu verschaffen.


Anlässlich des 23. Böll-Forums, das am 15. November 2019 in der Aula Carolina in Aachen stattfand, wurde mit dem diesjährigen „Heinrich“ der Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW, in dem die Wege gegen das Vergessen an der Volkshochschule Aachen seit 2008 kooptiertes Mitglied sind, ausgezeichnet. In ihrer Laudatio wies Sylvia Löhrmann, die frühere Ministerin für Schule und Weiterbildung in NRW, darauf hin, dass die NS-Gedenkstätten und –Erinnerungsorte einen unverzichtbaren Beitrag zur Erinnerungskultur in unserem Land leisteten und sich der Arbeitskreis durch seine Vernetzungsarbeit große Verdienste erworben habe. „Diese Arbeit ist heute notwendiger denn je“, schloss Sylvia Löhrmann ihre Rede und überreichte die Auszeichnung an den 1. Vorsitzenden des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW, Prof. Dr. Alfons Kenkmann.

Foto: Jürgen Jansen
Yvonne Hugot-Zgodda, Wege gegen das Vergessen an der Volkshochschule Aachen
Prof. Dr. Alfons Kenkmann, 1. Vorsitzender des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW

Kultur-Staatssekretär besucht
die Wege gegen das Vergessen


 

Am 23. September 2019, besuchte Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, als 23. Station seiner NS-Gedenkstättentour durch Nordrhein-Westfalen die Wege gegen das Vergessen an der Volkshochschule Aachen. Er kam in Begleitung von Dr. Hans Wupper, Referatsleiter Gedenkstättenförderung und Erinnerungskultur in der Landeszentrale für politische Bildung NRW.
Nach einem kurzen Rundgang zu verschiedenen Wege-Tafeln nahm er sich die Zeit, mit den Mitarbeitenden der Wege gegen das Vergessen über das Aachener Konzept der Erinnerungskultur und die Arbeit vor Ort zu sprechen.

Gedenktafel hängt wieder am Ort
des ehemaligen Bunkers Rütscherstraße


Seit Freitag, 12. Juli 2019, hängt die Tafel der "Wege gegen das Verhessen" wieder am Ort des ehemaligen Bunkers in der Rütscherstraße in Aachen.

Bis 2014 stand dort ein Bunker, der im Zweiten Weltkrieg der Bevölkerung rund um den Lousberg als Schutz bei Bombenangriffen diente. In den letzten Kriegswochen im Oktober 1944 diente er der Wehrmacht als Sitz des Kampfkommandanten.

Auf dem Foto sind zu sehen (von links):
Marianne Conradt (Bürgermeisterin Aachen-Mitte), Hans-Joachim Geupel (Bürgerstiftung), Heinz Kluck (verbrachte als Kind Bombenangriffe im Bunker), Dr. Holger A. Dux (Volkshochschule Aachen) und Joachim Siepmann (Niederlassungsleiter BPD).

Kurt Heiler
19.08.1952 – 22.08.2019

 

 Am 22. August 2019 verstarb Kurt Heiler, der langjährige Vorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, völlig unerwartet im Alter von nur 67 Jahren. Er war eine Persönlichkeit, die die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit Aachens und mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus geprägt hat.

Als in den neunziger Jahren die Wege gegen das Vergessen starteten, gehörte er zu den aktivsten Teilnehmern in einer der Arbeitsgruppen, der Arbeitsgruppe Verfolgung und Widerstand. In den letzten Jahren sind es vor allem die Regionalkonferenzen Aktiv gegen rechts und das Bündnis Pogromnachtgedenken 1938 im Aachener Raum, die mit seine Handschrift tragen und die ohne sein Engagement nicht denkbar sind. Er war eine treibende Kraft, wenn es darum ging, breite Bündnisse bei diesen Aktivitäten zu schmieden. Die Diskussionen mit ihm waren sicher nicht immer ganz einfach, aber er war ein stets gradliniger und verlässlicher Partner, wenn es um die gemeinsamen Ziele ging.

Es wird schwer sein, ohne ihn auszukommen. Er fehlt seiner Familie und er fehlt Vielen in Aachen im Streiten für eine „demokratische Gesellschaft, für die Achtung der allgemeinen Menschenrechte, für eine Entwicklung der Gesellschaft in Frieden und Zusammenarbeit mit allen Nachbarn“ (Kurt Heiler).