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37 - Theaterstraße, Dunantstraße, Normaluhr

Martin van Wersch

Obwohl das Naziregime jegliche Opposition mit terroristischen Mitteln verfolgte, hat es von 1933 bis 1945 stets Widerstand gegeben. Von den mutigen Frauen und Männern des Widerstands wurden 80.000 ermordet. 800.000 verloren ihre Arbeit, verbrachten kürzere oder längere zeit in Gefängnissen, Zuchthäusern und Lagern, oder ihnen gelang die Flucht ins Ausland.

Die Ziele des antifaschistischen Widerstandes waren

    • der Sturz der Hitlerdiktatur
    • die Erhaltung des Friedens bzw. nach Kriegsausbruch die Herstellung des Friedens
    • der Aufbau eines demokratischen Deutschlands, eines Rechts- und Sozialstaats, in dem ein Wiederaufleben von Faschismus unmöglich sein sollte.

Widerstand, genauer: politisch aktiver Widerstand, zielte demnach auf die Bekämpfung des nationalsozialistischen Unrechtssystems als Ganzem. Dabei gibt es eine Reihe von Vorformen zu beachten, die zu politisch bewußtem Widerstand hinführen können (aber nicht müssen). Eine solche kann das Bedürfnis nach Nonkonformität (Unangepaßtheit) sein, dem Alltagsdrill im NS-Alltag und in der Freizeit zu entgehen. Dieser Wunsch kann zur Verweigerung führen (Nichtteilnahme an Betriebsversammlungen, HJ-Lagern und Abenden etc.). Wird diese trotz massiver Einschüchterung noch fortgesetzt, ja geht man selbst zur Provokation des Gegners über, damit war die Entscheidung für klaren, öffentlich werdenden Protest gefallen. Damit war die Schwelle, von der ab das Regime abweichendes Verhalten prinzipiell als feindlich einstufte und rücksichtslos verfolgte, deutlich überschritten. Wer jetzt noch weitermachte, beteiligte sich am politisch Bild vergrößernaktiven Widerstand. Mit Verfolgung mußte allerdings oft schon rechnen, wer nur dem NS-Alltag zu entfliehen versuchte. Aachen als Grenzstadt spielte eine besondere Rolle im Widerstand. Über Aachen wurde illegales Material aus den Niederlanden (Vaals) und Belgien (Verviers) nach Deutschland geschmuggelt. Über Aachen wurden politisch oder aus anderen Gründen Verfolgte ins rettende Ausland gebracht.

Tafeltext

Die „Normaluhr“ war nach 1933 gelegentlich geheimer Treffpunkt, von dem aus Verfolgte von Helfern über die Grenze in Sicherheit gebracht wurden. Martin van Wersch, Sozialdemokrat und Gewerkschaftler, war einer dieser Menschen. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten schmuggelte er illegale Zeitungen nach Aachen und verhalf Sozialdemokraten zur Flucht.