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42 - Löhergraben, „Barockfabrik“

Walter Hasenclever

Der Sohn des Mediziners Carl Georg Hasenclever und seiner Frau Bertha Reiss wurde am 8. Juli 1890 in Aachen geboren. Obwohl er sich für ein Jura Studium immatrikulierte, interessierten ihn die Vorlesungen in Philosophie und Literatur weit mehr. Er begann zu schreiben und hatte 1914 einen ersten Bühnenerfolg. Komödien wie „Ein besserer Herr“ oder „Ehen werden im Himmel geschlossen“ machten ihn zu einem der meist gespielten jungen Autoren am Ende der 1920er Jahre. Nach der Machtübernahme im Januar 1933 wurden seine Stücke verboten. Seine Schriften wurden aus den Bibliotheken entfernt und bei Bücherverbrennungen vernichtet. Walter Hasenclever, der um diese Zeit auch in Hollywood als Drehbuchautor gearbeitet hatte, verlies Deutschland und lebte seither im Exil in Nizza. Immer wieder hat er in seinen Werken Kritik an den neuen Machthabern in Deutschland geübt. Aber auch in Frankreich war er vor der Verfolgung nicht sicher. Zweimal musste er sich dort als angeblicher deutscher Spion verantworten.

Nach der Invasion der deutschen Truppen im Mai 1940 wurde Walter Hasenclever ins Lager Les Milles bei Aix-en-Provence gebracht. Um den Nationalsozialisten nicht in die Hände zu fallen, beendete er sein Leben mit einer Überdosis Veronal. Walter Hasenclever starb in der Nacht vom 21. auf den 22.Juni 1940.
Zur Erinnerung an den in Aachen geborenen und später von den Nationalsozialisten verfolgten Schriftsteller wurde 1957 eine Straße in seiner Heimatstadt nach ihm benannt. Außerdem trägt eine Stiftung seinen Namen, die seit 1996 junge Autoren mit dem Walter-Hasenclver-Literaturpreis der Stadt Aachen auszeichnet. Da der größte Teil seines schriftstellerischen Schaffens heute nicht mehr greifbar ist, bemüht sich das Germanistische Institut der RWTH Aachen um die Herausgabe einer Komplett-Edition seiner Werke.

Tafeltext

In der an dieses ehemalige Fabrikgebäude anschließende Villa wurde am 8. Juli 1890 der Dichter und Pazifist Walter Hasenclever geboren. Der Kleistpreis-Träger des Jahres 1917 lebte und wirkte in Leipzig, Dresden, Berlin, Paris und Hollywood. Seit 1933 vornehmlich in südfranzösischer Emigration, wurde er 1938 als „entarteter Schriftsteller“ ausgebürgert. Angesichts der französischen Niederlage und aus Angst vor drohender Verhaftung durch die Gestapo nahm er sich am 21. Juni 1940 im Internierungslager von Les Milles das Leben.