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38 - Pastor-Franzen-Straße, Walheim

Lager Walheim

In Walheim und Umgebung wird die nahe Grenze zum einträglichen Geschäft für ortsansässige Fluchthelfer, die gegen Geld und Wertsachen flüchtenden Bürgern jüdischen Glaubens den Weg über die Grenze nach Belgien zeigen. Viele andere helfen ohne Bezahlung angesichts des Unrechts, das den Flüchtenden angetan wird.

Mit Rundverfügung der GESTAPO-Aachen vom 3. Februar 1941 werden sämtliche arbeitsfähigen Juden in Aachen, im Landkreis und in den übrigen Kreisen des Regierungsbezirks zur Zwangsarbeit verpflichtet.

In Walheim wird im März 1941 das Jugendheim, damals eine alte Holzbaracke, die Pastor Franzen in den 20er Jahren für seine Pfarre erworben hatte, requiriert. Dort, wo Anfang der 30er Jahre Walheimer Jugend- und Gemeinschaftsleben stattfand, werden nun ca. 80 Männer und drei Frauen interniert. Die internierten Männer stammen aus dem gesamten Landkreis Aachen sowie auch einige aus der Stadt Aachen. Sie werden täglich entweder in Gruppen aufgeteilt unter SA-Begleitung durch Walheim zu ihrer Arbeitsstätte an der Verbindungsstraße zwischen Friesenrath und Roetgen (heute B258) geführt oder mit Lastwagen dorthin transportiert. Am 11.11.41 werden die in Walheim internierten Männer und drei Frauen vom Walheimer Bahnhof nach Stolberg-Atsch abtransportiert. Dort müssen sie bis zum 15.6.42 für die Firmen Kali-Chemie, Aktienspinnerei und Feuerfeste Steine Peters arbeiten. Dann werden sie in die Lager des Ostens deportiert und ermordet.

Tafeltext

Im April 1941 wurde das Pfarrheim Walheim von den örtlichen Nationalsozialisten beschlagnahmt. In der Holzbaracke, die seit den zwanziger Jahren für Versammlungen, Theateraufführungen und Gemeinschaftsleben diente, wurden mehr als fünfzig jüdische Männer interniert. Sie wurden zu Zwangsarbeiten in der Umgebung herangezogen. die Lebensbedingungen der Männer und der drei zum Küchendienst verpflichteten jüdischen Frauen waren unmenschlich. Im November 1941 wurden die Männer vom Bahnhof Walheim nach Stolberg in ein Lager verbracht. Von dort wurden sie später in Konzentrationslager deportiert.