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24 - Oppenhoffallee, Denkmal

Franz Oppenhoff

Franz Oppenhoff wurde 1902 geboren. Er stammte aus einer gut bürgerlichen, katholischen Aachener Familie. Nach einer kaufmännischen Ausbildung studierte er Jura und ließ sich Ende 1932 in Aachen als Rechtsanwalt nieder. Er geriet nach der Macht-übernahme der Nazis immer stärker in Konflikt mit der NSDAP, weil er bei verschiedenen Gelegenheiten das Bistum Aachen in Prozessen, die von den Nazis gegen Geistliche inszeniert wurden, vertrat. Die Kirchenzeitung veröffentlichte 1937 eine Erklärung des Papstes, in der dieser sich kritisch über die Lage der katholischen Kirche in Deutschland geäußert hatte. Daraufhin sollte der Verlag der Zeitung geschlossen werden. Oppenhoff vertrat den Besitzer vor Gericht, was ihn für die Nazis besonders verhasst machte. Durch gute Beziehungen schaffte er es, dass er im 2. Weltkrieg nicht in die Wehrmacht musste, sondern als kaufmännischer Direktor einen wichtigen Rüstungsbetrieb in Aachen leiten konnte. Als Aachen im Oktober 1944 durch amerikanische Truppen von den Nazis befreit wurde, setzten diese Franz Oppenhoff auf Vorschlag des Aachener Bischofs als Oberbürgermeister ein.

„Es gibt nichts mehr zu verwalten, alles und jedes ist neu zu erarbeiten. Die Aufgabe scheint hoffnungslos und geht fast über unsere Kraft,“ so äußerte sich Oppenhoff kurz nach seiner Amtsübernahme. Obwohl der Name des neuen Aachener Oberbürgermeisters von den Amerikanern nicht bekannt gegeben worden war, erfuhr ihn die Naziführung im fernen Berlin. Sie betrachteten Oppenhoff als Verräter und setzten ein sogenanntes „Wehrwolfkommando“ auf seine Fährte. Die fünf Mitglieder dieses Kommandos, alle überzeugte Nazis, sprangen nachts mit dem Fallschirm in der Nähe von Aachen ab. Ihr Auftrag lautete, Oppenhoff zu liquidieren.

Am 25. März 1945 wurde Franz Oppenhoff von diesem Wehrwolfkommando vor seinem Haus in der Eupener Straße erschossen. Aachen war damals schon fast ein halbes Jahr befreit, aber in Deutschland sollte der Krieg noch bis Mai 1945 weitergehen. 1949 und 1952 wurden Prozesse gegen die Mörder geführt, in denen nur lächerlich milde Gefängnisstrafen verhängt wurden. Es ist kaum zu glauben, aber strafmildernd wurde den Tätern zugute gehalten, dass es ein ”nicht zu erwartendes Maß an Charakterstärke” erfordert hätte, sich dem Befehl zu Oppenhoffs Ermordung zu widersetzen. 1954 wurde allen Tatbeteiligten sogar jegliche Strafe erlassen.

Tafeltext

Nachdem amerikanische Truppen Aachen von den Nazis befreit hatten, wurde Franz Oppenhoff am 31. Oktober 1944 zum Oberbürgermeisters seiner Heimatstadt ernannt. Deshalb schickte die Naziführung in Berlin ein Werwolf-Kommando nach Aachen, das Franz Oppenhoff am 25. März 1945 vor seinem Haus erschoss.