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26 - Markt, Rathaus

Nazis an der Macht

Vor 1933 spielte die NSDAP in Aachen eine eher unbedeutende Rolle. Zwar hatte sich schon 1922 eine Ortsgruppe gegründet, die aber auch in den folgenden Jahren kaum mehr als 30 Mitglieder hatte. In diesen Jahren fanden die Nazis in Aachen kaum einen Wirt, der ihnen einen geeigneten Saal für Versammlungen vermietet hätte. Erst nach der Machtübernahme 1933 kam die Nazipartei in Aachen auf etwa 1.500 Mitglieder, in der gesamten Region waren es knapp 5.000, verhältnis-mäßig wenig, wenn man es mit den Zahlen aus dem übrigen Deutschen Reich vergleicht. Obwohl die Wahl zum Stadtrat am 12. März 1933 schon nicht mehr demokratisch ablief, denn die SPD konnte nicht mehr frei ihren Wahlkampf machen und die KPD war schon verboten, holten die beiden Arbeiterparteien noch einen erheblichen Stimmenanteil.

Das Zentrum, die katholische Partei, die noch am 29. März 1933 der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Adolf Hitler zugestimmt hatte, musste sich bald selbst auflösen. Eine Reihe von ihren Ratsmitgliedern trat damals der NSDAP-Fraktion bei. Der Oberbürgermeister wurde schon bald durch einen NSDAP-Mann ersetzt. Die SPD wurde wie zuvor die KPD verboten. Nachdem sie am 1. Mai 1933 noch versucht hatten, sich mit den Nazis zu arrangieren, wurden die Gewerkschaften als Organisationen der Arbeiterschaft am 2. Mai verboten und ihr Vermögen von den Nazis beschlagnahmt. Schritt für Schritt übernahm die Nazipartei die komplette Entscheidungsgewalt in Aachen. Fast alle Bereiche wurden durch sie kontrolliert. Auch in Aachen sorgten von da an die Nazis dafür, dass die in Berlin erlassenen Gesetze und Verordnungen gegen Andersdenkenden, Andersgläubige und Andersartige gnadenlos durchgeführt wurden. Daran waren auch Stadtrat und Stadtverwaltung beteiligt – in Aachen und anderswo. Dass dies alles so geschehen konnte, lag auch daran, dass sich die Nazis auf zahlreiche willfährige Helfer und Mitläufer verlassen konnten.

Tafeltext

Die Stadt Aachen bekennt sich zu Freiheit und Demokratie. Diese Werte wollen die Bürgerinnen und Bürger jetzt und in Zukunft bewahren. In der NS-Zeit sind in Aachen Menschenrechte verletzt worden. Daran waren auch Kommunalpolitik und Stadtverwaltung beteiligt. Das Projekt „Wege gegen das Vergessen“ erinnert hier und an anderen Stellen der Stadt an die Verbrechen des Naziterrors, Mitläufertum und Widerstand. Der am 12. März 1933 schon unter Bedingung von Terror und Verfolgung Andersdenkender gewählte Stadtrat beschloss am 29. März 1933, Adolf Hitler die Ehrenbürgerschaft der Stadt Aachen anzudienen. Ähnliches geschah in vielen anderen Städten. Dafür stimmten die Stadtverordneten des Zentrums, der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot, der DVP und der NSDAP. Die sozialdemokratischen Stadtverordneten stimmten dagegen; die kommunistischen Stadtverordneten waren bereits von der Versammlung ausgeschlossen. Nach dem Verbot der SPD und KPD im Juli 1933 wurde der seit 1928 amtierende Oberbürgermeister, der dem Zentrum angehörte, zwangsbeurlaubt und am 15. September 1933 von den übrigen Stadtverordneten ein Nationalsozialist einstimmig zum Oberbürgermeister „gewählt“. Die Erinnerung an diese Ereignisse ist für uns alle Mahnung für unser Verhalten in der Zukunft.